Masterplan Hauptbahnhof Wien

Dynamo für die Stadtentwicklung
Wettbewerb
Planungsbeginn
Baubeginn
Fertigstellung

Projektdetails

Fläche
Grundstückfläche
1.090.000 m²
Nutzfläche
80.000 m²
Objektanschrift

Wiedner Gürtel 1, 1100 Wien

Bauherr

ÖBB Infrastruktur AG, ÖBB Immobilien GmbH

Projektbeschreibung

Die Suche nach der idealen Stadt war für das Atelier Wimmer der Ausgangspunkt für die Entwicklung des Masterplans Hauptbahnhof Wien. Die Vision für das neue, innerstädtische Entwicklungsgebiet leitete sich aus der Stadtstruktur, der Stadtdynamik sowie den Bedürfnissen der Bevölkerung ab. Das neue Stadtquartier strebt nach einem individuellen Profil, welches sich in einem starken Ensemble von stadträumlichen und gesellschaftlichen Teilidentitäten äußert, das sich weiter entwickelt und Raum für neue Akzente zulässt. Der Masterplan schafft „Bilder“ für zukünftige NutzerInnen, die das Verhältnis von Gebautem und Nicht-Gebautem – dem freien Naturraum – zeigen, dabei aber der Gefahr der Fragmentierung entgegenwirken. 

Das neue Stadtquartier stellt annähernd ein Quadrat von einer Seitenlänge von ca. 500m dar, in dessen Diagonale der Hauptbahnhof situiert ist. Visuell ragt das Bahnhofsobjekt in den Südtiroler Platz hinein. Die räumliche Organisation sorgt für Gleichwertigkeit im Norden und Süden. Großzügige Vorplätze und städtebauliche Akzente durch flankierende Türme sowie der räumliche Dialog der Einzelareale betonen die Bedeutung des Quartiers im gesamtstädtischen Erscheinungsbild. Neugeschaffene Freiräume, die zum Verbleiben einladen und eine hohe Qualität bieten, entstehen als Ausdruck einer sozialen Landschaftsgestaltung.

Die Verkehrsstation Hauptbahnhof Wien ist unter dem Titel „Renaissance der Bahnhöfe“ zu sehen, bei dem die Themen „Kraft und Impulse“ sowie Dynamik und – als Hommage an die Stadt Wien – Melodie architektonisch umgesetzt wurden. Entwickelten sich Bahnhöfe in der Vergangenheit oft zu Barrieren in der Stadt, so gilt hier der Anspruch des „universal design“ – der Anspruch auf Barrierefreiheit und höchster Alltagstauglichkeit.

Das Wohnquartier Sonnwendviertel wird von fächerartig positionierten Bürogebäuden und Gewerbebetrieben zur Bahntrasse hin abgeschirmt. Neugeschaffene Freiräume, wie der 8 Hektar große Park, stehen als Ausdruck für eine soziale Landschaftsgestaltung. Das Parkkontinuum, bestimmt von durchlässigen Quartierssegmenten, stellt einen neuen Parktypus dar, der mehr als soziale Landschaftsgestaltung zu bezeichnen ist. Dieser „demokratische Park“ bedient sich nicht der Archetypen wie Achsen und Begrenzungen, sondern bietet ein breites Spektrum an Nutzungsmöglichkeiten und Identifikation. Der Park mit dem angrenzenden Schulcampus und Kindergarten ermöglicht soziale Verflechtung zwischen neuen und bestehenden Strukturen. Öffentlichkeit und Privatheit stehen nicht im Konflikt, vielmehr unterstützen kontinuierliche Übergänge sowie attraktive Erdgeschoßzonen mit vielfältiger Nutzung die Entstehung eines lebendigen Stadtquartiers.

Die neue Stadt in der Stadt mit ihren rund 5.000 neuen Wohnungen, neuen Schulen und Kindergärten sowie Büroflächen im Ausmaß von rund 550.000 m² strebt durch ihr differenziertes Nutzungsangebot, ihre hochwertige Architektur und kontinuierliche Evaluierung eine hohe selbstbewusste Identität an und forciert Werte der Nachhaltigkeit. Insbesondere dort, wo das neue Stadtquartier unmittelbar an das gründerzeitliche Raster anschließt, wurde auf die bestehende Bebauungsstruktur reagiert und Sichtachsen gewahrt. Die Vernetzung zum Bestand sowie eine durchlässige Positionierung der Baukörper mit erweitertem Freiraum ermöglichen reizvolle Sichtbezüge zu den angrenzenden Stadtteilen und unterstützen das Gefühl von Sicherheit und Lebendigkeit.

 

Masterplan Hauptbahnhof Wien (c) Hotz/Hoffmann Wimmer
Übersicht Masterplan Sonnwendviertel (c) Albert Wimmer ZT GmbH

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